Die kurze Antwort
Es gibt keinen Formatunterschied. Was in Deutschland ZUGFeRD heißt, heißt in Frankreich Factur-X — dieselbe PDF/A-3-Hülle, dieselbe eingebettete CII-Syntax, dieselben Profile.
Wer eine gültige ZUGFeRD-Datei erzeugt, hat eine gültige Factur-X-Datei erzeugt, ohne etwas dafür zu tun.
Wo trotzdem Unterschiede liegen
| ZUGFeRD | Factur-X | |
|---|---|---|
| Träger | PDF/A-3 | PDF/A-3 |
| Eingebettete Syntax | CII | CII |
| Profile | identisch | identisch |
| Versionszählung | eigenständig | eigenständig |
| Vorgeschriebener Zustellweg | nein | ja (zugelassene Plattform) |
| Beteiligung der Finanzverwaltung | nein | ja (Fünf-Ecken-Modell) |
Die unteren beiden Zeilen sind die einzigen, die in einem Projekt Arbeit verursachen. Und sie betreffen nicht die Datei.
Die Versionsfalle
Beide Standards zählen getrennt. Eine Aussage wie „wir unterstützen 2.x" ist deshalb mehrdeutig, solange der Standardname fehlt — die Nummern beziehen sich auf unterschiedliche Veröffentlichungen derselben abgestimmten Grundlage.
💡 Nennen Sie in Absprachen immer beides: Standard und Version, und dazu das Profil. „ZUGFeRD 2.5, Profil EN 16931" ist eine vollständige Auskunft. „Wir machen ZUGFeRD" ist keine.
Der Unterschied, der wirklich zählt
Deutschland regelt die E-Rechnung zwischen Unternehmen über das Dokument: Es muss strukturiert sein und der Norm entsprechen. Wie es zum Empfänger kommt, bleibt den Beteiligten überlassen — eine E-Mail genügt.
Frankreich regelt zusätzlich den Weg: Rechnungen laufen über zugelassene Plattformen, und die Finanzverwaltung erhält Daten mit. Das ist keine Eigenheit des Formats, sondern eine des Prozesses.
🔴 In Projekten wird das regelmäßig vermischt. Jemand meldet „Factur-X funktioniert nicht", und gemeint ist, dass die Anbindung an die Plattform fehlt. Die Datei war nie das Problem.
Empfehlung
Erzeugen Sie ZUGFeRD im Profil EN 16931. Damit sind Sie in Deutschland konform, in Frankreich formatseitig konform und in der übrigen EU anschlussfähig, weil das Profil den Kern der europäischen Norm vollständig abbildet.
Alles Weitere ist eine Frage des Zustellwegs — und die beantwortet der Empfänger, nicht die Spezifikation.